Arbeitkräfteüberlassung: Maximale Flexibilität für den Arbeitsmarkt (in der Hochkonjunktur ebenso wie in Zeiten eines wirtschaftlichen Abschwunges bzw. der Rezession)
Gerade die aktuelle wirtschaftliche Situation verdeutlicht einmal mehr, welch enorm wichtige Rolle die Branche der Arbeitskräfteüberlassung (AKÜ) in der heutigen Wirtschaftswelt einnimmt.
„Das Instrument der Arbeitskräfteüberlassung ist heute in jeder modernen Human Ressource Management Abteilung, unabhängig von der Branche oder Größe eines Unternehmens, ein fester Bestandteil - in der Hochkonjunktur genauso wie in Zeiten, in denen der Wirtschaftsmotor wie aktuell etwas ins Stottern gerät“, untermauert KommR Gerhart Zehetner, Vorstandsvorsitzender der EUROJOBS Personaldienstleistungen AG. Und Zehetner weiß, wovon er spricht, letztendlich ist er seit über 20 Jahren erfolgreich in der Branche der Arbeitskräfteüberlassung tätig, ja nicht nur das, er hat sie auch maßgeblich mitgestaltet, insbesondere in seiner Funktion als Branchensprecher bzw. Obmann der Allgemeinen Fachgruppe des Gewerbes in der WKO Oberösterreich – der organisatorischen Heimat für die Arbeitskräfteüberlasser in der Interessensvertretung.
Beschäftigungssicherheit
„Die Arbeitskräfteüberlassung dient in erster Linie dazu, den Personalstand mit einer flexiblen Größe dem tatsächlichen Auftragsstand anzupassen, auch in Zeiten eines wirtschaftlichen Abschwunges bzw. in Rezessionen“, klärt Zehetner auf, der vor allem mit dem weit verbreiteten Begriff Zeitarbeit nicht glücklich ist, „weil es sich bei den Arbeitsstellen für die beim Arbeitskräfteüberlasser beschäftigten Personen um ganz normale Dauerarbeitsplätze handelt und lediglich der Einsatz bei den Kunden zeitlich limitiert ist“.
So ist es vielen Unternehmen heute auch möglich, dank der Arbeitskräfteüberlassung auf spezielle Qualifikationen, die im eigenen Betrieb nicht vorhanden sind, zurückzugreifen, genauso aber auch sofort unerwartete Ausfälle des eigenen Personals, sei es durch Krankheit, Unfall oder sonstige Verhinderungen zu kompensieren. Auch für Karenz, Präsenzdienst, Pflegeurlaub und Überstunden des Stammpersonals wird interimistisch gerne auf Leistungen der Arbeitskräfteüberlasser zugegriffen, weiß Zehetner aus der täglichen Praxis.
Umgekehrt ist es für den EUROJOBS-Chef auch absolut nachvollziehbar, dass bei sinkender Auftragslage und rückläufiger Konjunktur überlassenes Personal zurückgestellt wird, um den Personalstand der Auslastung anzupassen. Das Zurückstellen eines überlassenen Mitarbeiters bedeutet für diesen in der Regel keine Arbeitslosigkeit sondern lediglich das, wozu er sich bei Dienstvertragsunterfertigung verpflichtet hat: Eine andere seiner Qualifikation, bei einem anderen Kunden des Arbeitskräfteüberlassers, eventuell an einem anderen Ort angebotenen Arbeitsstelle anzunehmen – ohne Verdienstentgang oder sonstige Benachteiligungen.
Eine Herausforderung stellt dies lediglich für Überlasser mit einem so genannten Klumpenrisiko dar, also für Arbeitskräfteüberlasser, die viele ihrer Mitarbeiter bei einem oder wenigen Kunden haben, sowie dort, wo es strukturell nicht möglich ist, in unmittelbarer Nähe eine Anschlussbeschäftigung bereitstellen zu können und der Mitarbeiter nicht weiter entfernt beschäftigt werden will.
Fachkräfte sind immer gefragt
Wenn jetzt 10 bis 15 Prozent der Arbeitskräfte in der AKÜ – vorwiegend aus der Automobilindustrie – zurückgestellt werden, sieht Zehetner darin für seine Branche kein Problem, sogar eher eine Chance, denn „das hilft uns, den zunehmenden Fachkräftemangel in der Branche zu lindern“. Zuverlässigkeit und Arbeitsbereitschaft werden zunehmen, es werden weniger ausländische (europäische) Mitarbeiter beschäftigt. In den letzten beiden Jahren hatte die Arbeitskräfteüberlassung ohnehin bereits ein massives Beschaffungsproblem. Bei der Inanspruchnahme von AKÜ-Leistungen werde es, so Zehetner, zu einer Verlagerung von der Industrie, hin zu Gewerbe und Handwerk kommen. Bei einem neuerlichen Aufschwung hätte dann allerdings die Automobilindustrie mit einem dramatischeren Personalengpass zu rechnen, sowie mit der Tatsache, dass jetzt zurückgestelltes AKÜ-Personal im Bedarfsfall dann teurer eingekauft werden müsste.
Marktbereinigung in der Branche
In der AKÜ-Branche rechnet Zehetner mit einer Marktbereinigung, die die Großen zulasten der Kleinen weiter wachsen lassen wird. Für Zehetner bedeutet dies allerdings nicht automatisch, dass sich kleine Spezialisten nicht auch gegen große Universalisten im Wettbewerb durchsetzen werden: „Wer rasch und flexibel auf Kundenanforderungen reagiert, wird die Nase vorne haben.“ Zehetner: „Arbeitkräfteüberlasser, die kein Klumpenrisiko haben, die viele Kunden haben, die viele Branchen abdecken, die in mehreren Regionen tätig sind, die über hoch/qualifizierte Arbeitskräfte verfügen, die in der Lage sind, als Fullsortimenter verschiedene Dienstleistungen anzubieten, die über einen hohen Automatisierungsgrad verfügen und die innovativ, qualitativ hochwertige Dienstleistungen erbringen werden auch in wirtschaftlich turbulenteren Zeiten keine großen Probleme haben, ihre Marktposition zu behaupten – wahrscheinlich können sie diese sogar ausbauen.“
Neue Herausforderungen
Neue Herausforderungen gilt es dennoch zu meistern, rechnet Zehetner damit, dass in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten die Zahlungsziele länger werden und parallel dazu auch die Fordengsausfälle in der AKÜ zunehmen werden. Dadurch, dass Überlasser zurückgestellte Personen über den Preis wieder in Beschäftigung bringen wollen, werde sich auch der Margendruck erhöhen, ist Zehetner überzeugt.
Dennoch malt der EUROJOBS-Chef nicht schwarz. Dass eine Rezession eine große Wachstumschance für die Branche der AKÜ haben kann, hat die letzte wirkliche Rezession in 2002 – von der wir heute noch weit entfernt sind – gezeigt, sagt Zehetner. In diesem Jahr hat zwar erstmals die Anzahl der überlassenen Arbeitskräfte leicht abgenommen, dafür ist die Anzahl der Kunden überdurchschnittlich gestiegen. In 2003 stieg dann die Anzahl der Arbeitskräfte in dieser Branche überdurchschnittlich - auf rd. 38.500 Personen!
| 2001 | 2002 | Abw. | Abw. in % | 2007 |
BIP | 0,8 | 0,9 |
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Überlasser | 1.110 | 1.087 | -23 | -2,12 | 1.608 |
Kunden | 10.022 | 13.237 | 3.215 | 24,29 | nicht erhoben |
Arbeitskräfte | 33.156 | 31.207 | -1.949 | -6,25 | 66.688 |
Penetrationsrate | 1,6 | 1,5 |
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| 2,1 |
Arbeitskräfteüberlassung schafft Arbeitsplätze
Das gilt für die Arbeitskräfteüberlassung mittlerweile seit zwei Jahrzehnten. Seit 1988 hat sich in Österreich die Zahl der beschäftigten Personen von damals 20.800 auf aktuell 77.000 erhöht. Hochburgen der Arbeitskräfteüberlassung sind die Bundesländer Oberösterreich (374 Überlasser mit 19.173 Beschäftigten), Wien (346/13.635) und Steiermark (320/10.656). 1.040 der gut 1.600 Arbeitskräfteüberlasser in Österreich konzentrieren sich auf diese drei Bundesländer.
Die Arbeitskräfteüberlassung fungiert in der heutigen Arbeitswelt nicht nur als attraktiver Arbeitgeber, sondern ebenso als arbeitsmarktregulativ – zahlreiche Arbeitslose werden über die AKÜ reintegriert – als Karrieresprungbrett – Absolventen von Universitäten und höheren Schulen nutzen die AKÜ, in neue Berufswelten hineinzuschnuppern – sowie auch als Chance für Menschen mit Beeinträchtigung - EUROJOBS bietet beispielsweise diesen Personen über „Let’s Work“ die Möglichkeit, ihre Leistungsfähigkeiten trotz Handicap unter Beweis zu stellen.
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EUROJOBS Personaldienstleistungen AG
KommR Gerhart Zehetner
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